Vogelstimmenwanderung

Die Vogelwelt am Leiselbach

Mai 2024 - Der Wonnemonat Mai ist da und worüber freut man sich neben Sonnenstrahlen und steigenden Temperaturen am meisten? Natürlich, über das Vogelgezwitscher!

Das ist für den Laien allerdings oft gar nicht so einfach den Arten zuzuorden. Deshalb bietet der NABU im Frühjahr regelmäßig geführte Vogelwanderungen und Exkursionen an.

Eine davon ging zwischen Rhodt und Alter Rebschule entlang des Leiselbachs. Unter Leitung von Ludwig Seiler, einen erfahrenen Ornithologen, gingen die Teilnehmer bestückt mit Ferngläsern auf Vogelwanderung. Und konnten hier einige Sichtungen festhalten:


Arbeitseinsatz an der Sandsteinmauer

Jede Mauerritze zählt!

Februar 2024 - Bei schönem Wetter haben wir Ehrenamtlichen vom NABU Edenkoben-Maikammer uns zum Arbeitseinsatz an einer Sandsteinmauer bei Burrweiler getroffen.

Über hundert Meter wurden von überwuchernden Pflanzen (wie Efeu und Brombeeren) entfernt und so die Trockenmauer wieder freigelegt. Die Mauerkrone wurde mit dem Einsatz von Freischneidern entbuscht und die oberhalb gelegenen Hecken fachgerecht zurückgeschnitten.

Der mühevolle Einsatz lohnt sich für die Natur. Die Sandsteinmauer ist ein wertvoller Lebensraum den es zu erhalten und pflegen gilt. Ohne Fugenmaterial errichtet, bieten diese sogenannten Trockenmauern (je nach Sonnenexposition) den unterschiedlichsten Tier-und Pflanzenarten eine Heimat.

Da unsere Wingerte üblicherweise Richtung Süden ausgerichtet sind, findet man hier in den Sandsteinmauern meist die wärmeliebenden Arten. Zauneidechsen, Mauerpfeffer, Zirbelkraut und große Wollbiene sind beispielsweise Arten, die an diese Extremenstandorte (Hitze und Trockenheit) angepasst sind und hier ein Zuhause finden.

Und auch wenn sie bei uns in den Wingerten noch zu finden ist, so ist die Trockenmauer generell ein Landschaftselement das rar geworden ist. Gibt es sie noch, dann sind die Bauwerke häufig dem Zerfall überlassen und bald ist nur noch wenig von ihnen übrig. Mit den Mauern verschwinden dann leider oft auch ihre Bewohner.

 

Wir freuen uns wie immer, über Menschen die für die Natur vor ihrer Haustür mit anpacken möchten. Kontaktieren Sie uns gerne, es gibt viel zu tun!

 


Vogelschutz zum Mitmachen

Workshop-Reihe für Einsteiger ab Februar 2024

Die Bestände vieler Vogelarten gehen drastisch zurück. In unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft fehlt es zunehmend an Brutplätzen, Nahrung und geeigneten Lebensräumen. Durch kleine und große Vogelschutz-Projekte versuchen wir seit vielen Jahren diesem Trend entgegen zu wirken. Mit einer kostenlosen Workshop-Reihe zum praktischen Vogelschutz wollen wir nun zum Mitmachen einladen. In acht Workshops zwischen Februar und Dezember können Interessierte reinschnuppern und viel über unsere einheimische Vogelwelt lernen. Dabei geht es weniger um die individuelle Vogelfütterung im Garten, sondern vor allem um gemeinsame Artenschutzmaß-nahmen in der Natur. Die Inhalte reichen von Nistkastenbau und -kontrollen für Höhlenbrüter im Wald, über die Pflege von Steinhaufen für die seltenen Steinschmätzer in den Weinbergen bis hin zu Maßnahmen für Schwalben an Gebäuden. Da auch die Bestimmung und Erfassung von Vogelarten wichtig für ihren Schutz sind, gehören Vogelstimmenwanderungen, Exkursionen und eine Einführung in das Vogel-Monitoring ebenfalls zum Programm. Die Workshops finden in der Regel an Wochenenden oder Abenden statt und dauern zwischen zwei und vier Stunden. Angeleitet werden sie von erfahrenen Vogelschützern der NABU-Gruppen. Wer an mindesten sechs der Workshops teilgenommen hat, erhält am Ende des Jahres ein Zertifikat. Mitmachen kann jeder, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eine gewisse körperliche Grundfitness ist hilfreich. Da die Workshops an unterschiedlichen Orten in der Süd- und Vorderpfalz stattfinden, sollten die Teilnehmer mobil sein. Weitere Informationen und Anmeldung unter nabu.sued[at]nabu-rlp.de oder 06341-31628.

Foto Feldsperling: Winfried Rusch
Foto Feldsperling: Winfried Rusch

Die Stunde der Wintervögel

Vom 5. bis 7. Januar 2024

Im Januar 2024 schlägt zum vierzehnten Mal „die Stunde der Wintervögel“.

Bei dieser bundesweiten, wissenschaftlichen Mitmachaktion kann sich jeder Vogelfreund beteiligen. Die Zählung findet vom 5. bis 7. Januar 2024 statt.  Alles was Sie hierfür benötigen, ist eine Stunde Zeit, einen Zettel und einen Stift. Gezählt werden kann am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park. Die Ergebnisse können dann zum Beispiel über das Online Meldeformular dem NABU mitgeteilt werden.

 

Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

 

Die gewonnenen Daten über die heimische Vogelwelt helfen dem NABU die Situation von Vögeln in Städten und Dörfern besser einzuschätzen. Wie wirken sich Witterungsbedingungen, die Klimakrise und Veränderungen in der Landwirtschaft auf die Vogelwelt aus? Durch die gesammelten Daten fleißiger Vogelzähler, lassen sich bereits Trends ablesen.

 

Weitere Informationen zur Aktion, zum Meldeverfahren und den bisherigen Ergebnissen erhalten Sie hier.

 


Der Kiebitz ist Vogel des Jahres 2024!

Gaukler der Lüfte gewinnt öffentliche Vogelwahl

Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln
Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln

Oktober 2023 - Deutschland hat einen neuen Super-Vogel: 2024 ist der Kiebitz (Vanellus vanellus) Vogel des Jahres und löst damit das Braunkehlchen ab. Bei der vierten öffentlichen Wahl haben insgesamt 119.921 Menschen mitgemacht. 33.289 (27,8 Prozent) Stimmen entfielen dabei auf den Kiebitz, 27.404 (22,9 Prozent) auf den Steinkauz, 25.837 (21,5 Prozent) auf das Rebhuhn, 23.239 (19,4 Prozent) auf die Rauchschwalbe und 10.152 (8,5 Prozent) auf den Wespenbussard.

Mit dem Kiebitz haben die Menschen einen Vogel gewählt, der durch die Trockenlegung von Feuchtwiesen und eine intensivere Landwirtschaft in vielen Gegenden massiv zurückgegangen ist. Der neue Jahresvogel wird in der Roten Liste bundesweit als stark gefährdet geführt und gilt in Rheinland-Pfalz sogar als vom Aussterben bedroht. Seine rheinland-pfälzischen Restvor-kommen liegen zum größten Teil in Rheinhessen und der Pfalz.

„Kie-wit“: Der Ruf des Kiebitz hat ihm seinen Namen eingebracht. Der etwa taubengroße Regenpfeifer hat ein im Licht metallisch grün oder violett glänzendes Gefieder. Auffallend sind auch die Federholle auf dem Kopf und die breiten gerundeten Flügel. Kiebitze konnte man ursprünglich vor allem in Mooren und auf Feuchtwiesen finden. Heute haben sich Kiebitze an den Menschen und den damit einhergehenden Flächenverlust angepasst und brüten auch auf Äckern und Wiesen. Ihr Nest besteht aus einer Bodenmulde, meist legen sie vier Eier. Kiebitze sind Teilzieher: Einige überwintern bei milder Witterung in Deutschland und ein anderer Teil zieht in die Wintergebiete in Frankreich, Spanien, Großbritannien und den Niederlanden. Beeindruckend sind die Flugmanöver zur Balzzeit: Die „Gaukler der Lüfte“ drehen Schleifen über ihrem Revier, stürzen sich in akrobatischen Flugmanövern gen Boden und singen dabei weit hörbar. Die Kiebitz-Männchen versuchen ihre Auserwählte außerdem mit sogenanntem „Scheinnisten“ von ihren Nestbau-Qualitäten zu überzeugen: Sie scharren kleine Mulden in den Boden und rupfen Gräser. Heute machen vor allem die Entwässerung und der Verlust von Feuchtwiesen der Art schwer zu schaffen. Darum war der Slogan des Kiebitz bei der Wahl zum Vogel des Jahres: „Wasser marsch!“ Die Renaturierung von Feuchtwiesen und Mooren könnte den Rückgang der Art aufhalten. Helfen kann man dem Kiebitz auch, indem man ökologisch und regional erzeugte Lebensmittel kauft.

Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. Der Kiebitz war 1996 schon einmal Vogel des Jahres.
Weitere Infos zum Vogel des Jahres gibt es hier


Praktikum im Naturschutz

Zwei Wochen beim NABU Edenkoben-Maikammer

Juli 2023 - Sophia König aus Rhodt und Leo Schilling aus Sankt Martin haben in den ersten beiden Wochen im Juli ein Praktikum beim NABU Edenkoben-Maikammer absolviert. Dabei haben sie viel über praktischen Naturschutz und Landschaftspflege gelernt. Angeleitet von Gundula Berner, unserer Vorsitzenden, haben Sophia und Leo bei allen Arbeiten rund um die Beweidung der Naturschutzflächen am Haardtrand bei Sankt Martin geholfen. Sie haben die Schafe versorgt und die Wolle sortiert. Auch die Bekämpfung von invasiven Neophyten, wie die Goldrute gehörte dazu. Damit bewachsene Flächen wurden gemäht und abgeräumt. Außerdem haben die beiden Gymnasiasten unsere Benjeshecken weitergebaut. Natürlich wurden auch viele weitere naturkundliche Themen besprochen. Vielen Dank für die tatkräftige Unterstützung!
Fotos: Sophia König


Schleiereulen-Beringung

Wieso? Weshalb? Warum?

Mai 2023 - Mitte Mai war es wieder soweit,  die ersten Schleiereulenküken wurden vom NABU in Böbingen beringt. Obwohl die Mitwirkenden schon seit Jahren im Schleiereulenschutz tätig sind, ist es doch immer wieder für alle ein besondereres Ereignis.

Aber weshalb werden die hübschen Eulen überhaupt beringt?

Hinter jeder Beringung eines Vogels steht in Deutschland wie auch in Europa eine wissenschaftliche Fragestellung. Ist eine solche Fragestellung nach Ansicht der Beringungszentrale von Interesse für die wissenschaftliche Gemeinschaft, so erhalten die Beringer von dieser Zentrale die Fußringe mit eingeprägter, individueller Nummer. Mit diesen können die Tiere dann markiert werden . Durch den Ring ist das Tier als Individuum wieder erkennbar und kann im Falle eines Wiederfundes eindeutig zugeordnet werden. Zusätzlich zur Art, Zeitpunkt und Ort der Beringung werden meist auch individuelle Daten des Vogels gesammelt. Dazu gehören die Größe, Alter, Geschlecht, Gewicht und die körperliche Verfassung. Sämtliche Daten werden bei der zuständigen Beringungs-zentrale gesammelt. Beringen darf allerdings nicht jeder. Hierzu wird eine gültige Beringungserlaubnis  der jeweiligen Vogelart benötigt. Die Beringer werden vorab durch die Vogelwarten oder Beringungszentralen sehr gut ausgebildet und müssen gesetzlich festgelegte Voraussetzungen erfüllen.

Im Fall unserer Böbinger Schleiereulen, heißt der Beringer Jörn Weiß vom NABU  Frankenthal. Ehrenamtlich beringt er seit ca. acht Jahren bei uns in der Südpfalz Schleiereulen, für die Vogelwarte Radolfzell. Pro Jahr sind das 15-20 Eulen! Ziel dieser Beringungen ist es, das Ansiedlungsverhalten junger Schleiereulen zu untersuchen (wo und wie weit lassen sich junge Schleiereulen von ihrem Beringungsort/Nest nieder). Die Beringung ist also kein Selbstzweck, sondern eine wissenschaftliche Methode, um möglichst viele Informationen über das Leben der Vögel zu sammeln. Das übergeordnete Hauptziel  ist die Sammlung von Daten, die der Wissenschaft und dem Naturschutz dienen.

Nester von Schleiereulen dürfen uns gerne mitgeteilt werden. Wir bitten allerdings an dieser Stelle ausdrücklich darum, die Nester der Schleiereulen mit ihren Bruten in Ruhe zu lassen. Und ihre  Anwesenheit einfach mit Stolz zu genießen.


Mehr Natur im Pachtvertrag

NABU-Projekt "Fairpachten"

Foto: Kathy Büscher
Foto: Kathy Büscher

April 2023 - Wer Flächen verpachtet und sich eine naturverträgliche Bewirtschaftung durch den Pächter wünscht, kann sich von der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe beraten lassen. Im Rahmen des Projektes „fairpachten“ informiert die Regionalberaterin für Rheinland-Pfalz, Linda Trein, in einem individuellen Beratungsgespräch ausführlich und ohne Zeitdruck, welche Naturschutzmaßnahmen für Äcker, Grünland und Streuobst in Pachtverträgen vereinbart werden können und wie die richtige Vorgehensweise beim Ändern der Pachtverträge ist.

 Das Angebot richtet sich an Privatleute, Kommunen, Kirchen und Unternehmen. Nähere Infos gibt es unter www.fairpachten.org. Wer eine individuelle Beratung wünscht, kann sich melden unter:

0176-53 94 33 71, Linda.Trein@NABU.de.


Mit der Streuobstwiese durch die Jahre

Engagierte Flächenpflege in St.Martin

August 2023 -  Und täglich grüßt...die Streuobstwiese! Ganz so viel Einsatz benötigt eine Streuobstwiese natürlich nicht. Doch würde man sie nicht regelmäßig pflegen, verbuscht sie und verliert ihren offenen Charakter. Die hohe Artenvielfalt ginge verloren und langfristig würde auf den meisten Standorten nach und nach ein Wald entstehen.

Die Streuobstwiese in St. Martin, um die es sich in diesem Text handelt, wird deshalb von uns extensiv gepflegt.

Anfang 2022 haben wir bei einem größeren Einsatz, die Brombeerbüsche zurückgedrängt und die Obstbäume geschnitten. Aus den abgeschnittenen Zweigen, legten wir auf einer benachbarten NABU-Fläche eine Benjes-Hecke an.

Um die Streuobstwiese noch schonender zu pflegen, wird sie nun ein- bis zweimal im Jahr durch Schafe beweidet. Hierfür mussten wir zunächst einen Zaun errichten. Im Februar diesen Jahres, kam deshalb erstmals unserer neuer Erdbohrer zum Einsatz, den wir durch die "Aktion Südpfalzhelden“ der Sparkasse (Artikel folgt in kürze) finanzieren konnten.

Während ein Großteil der fleißigen Helfer den Zaun errichteten, kümmerten sich die anderen um die Nistkästen auf der Streuobstwiese. Vorhandene Kästen wurden gereinigt und zusätzliche aufgehängt.

Die Mühe lohnt sich!  Die Streuobstwiese mit verschiedenen Obstbäumen und angrenzenden heimischen Hecken bietet einer Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten eine Heimat, sieht noch dazu hübsch aus und versorgt uns bald mit leckeren Früchten.

Wer Lust bekommen hat bei den verschiedenen Arbeiten auf der Streuobstwiese mit anzupacken, oder Fragen rund ums Thema hat, kann sich gerne an uns wenden.

 


Neues von den Schleiereulen in Böbingen

Schwierige Brutsaison und Rettung in letzter Sekunde

November 2022 – Im Böbinger Schleiereulenkasten, der letztes Jahr zum ersten Mal als Brutplatz angenommen wurde, gab es in diesem Sommer einige Hochs und Tiefs. Über das Schicksal der jungen Eulen möchten wir gerne berichten, um zu zeigen, wie schwierig es für die Vögel sein kann, sich erfolgreich zu vermehren.

Ende Juni haben wir den Nistkasten in einer privaten Scheune das erste Mal kontrolliert, da in der diesjährigen Saison noch keine Brut feststellbar war. Wir fanden nur eine Feder und eine tote Maus vor und ließen den Kasten erst einmal vier Wochen in Ruhe, um die Eulen nicht mehr zu stören. An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass Nistplätze von Vögeln gar nicht oder so wenig wie möglich gestört werden dürfen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Vögel die Brut aufgeben und den Nistplatz nicht mehr annehmen. In unserem Fall werden die Kontrollen von erfahrenen Naturschützern vorgenommen, die größtmögliche Vorsicht walten lassen.
Die nächste Kontrolle fand dann am 29. Juli statt. Unsere Freude war groß, als wir im Nistkasten drei Eier und ein winziges geschlüpftes Küken vorfanden. Vier Eier sind für Schleiereulen nicht viel. Sie können bis zu 10 Eier legen. Aber auch aus den anderen drei Eiern schlüpften im Laufe der nächsten Tage Küken. Und so schauten uns am 20. August drei muntere kleine Eulen und eine sehr zarte Mini-Eule entgegen. Doch leider war das Kleinste zu schwach und hat nicht überlebt. Am 5. September waren nur noch drei Eulen im Kasten. Diese wirkten sehr sauber und gepflegt, was ein Zeichen dafür ist, dass sie gut versorgt werden. Wir waren beruhigt und hatten große Hoffnungen, dass diese drei Jungeulen durchkommen würden. Am 27. September dann der Schock: Im Nistkasten waren nur noch eine lebende aber völlig unterversorgte Jungeule und ein totes Küken. Etwas musste passiert sein, weshalb die Vögel nicht mehr gefüttert wurden. Was also tun? Schnelles Handeln war gefragt. Die einzige Chance war aktive Hilfe. Also brachten wir die letzte verbliebene, stark abgemagerte Jungeule zu Mike in die Greifvogelstation nach Haßloch. Zum Glück rechtzeitig. Hier wird sie nun aufgepäppelt und kann sie sich weiter entwickeln. In der Zwischenzeit geht es ihr wieder gut. Sie wird überleben und kann irgendwann ausgewildert werden.

Gerettet: Die überlebende Jungeule ist in der Greifvogelstation in Haßloch angekommen. Nun wird sie von Maik Heublein versorgt und kann sich wieder erholen. Wir wünschen ihr gute Besserung!
Gerettet: Die überlebende Jungeule ist in der Greifvogelstation in Haßloch angekommen. Nun wird sie von Maik Heublein versorgt und kann sich wieder erholen. Wir wünschen ihr gute Besserung!


Jungvogel gefunden - Was tun?

Sollten Sie einen Jungvogel finden, überprüfen Sie zunächst, ob er wirklich Hilfe benötigt! Bei vielen Vogelarten können die Jungvögel noch nicht richtig fliegen, wenn sie das Nest verlassen. Sie sind schon voll befiedert, hüpfen auf dem Boden umher und betteln nach Futter. Es handelt sich um sogenannte Ästlinge. Das ist ein ganz normales Entwicklungsstadium, ein Eingreifen ist nicht erforderlich. Die Vogeleltern stehen mit dem Jungvogel in Rufkontakt, versorgen ihn mit Futter und führen ihn weiter, bis er selbständig geworden ist. Wenn der Vogel jetzt aus der Natur entnommen wird, verursacht das mehr Schaden als Hilfe.

 

Anders sieht es bei einem ganz kleinen unbefiederten, nur schwach befiederten Nestling oder einem verletzten Vogel aus. Ist das Küken unverletzt, kann es wieder ins Nest gesetzt werden. Anders als bei Säugetieren stört der menschliche Geruch die Vogeleltern nicht. Ist kein Nest in Sicht oder der Vogel verletzt, benötigt er unsere Hilfe. Dann sollte er aufrecht in einen mit einem Handtuch ausgepolsterten Karton gesetzt und zu einer erfahrenen Pflegestelle gebracht werden. Bitte kein Wasser und keine Nahrung einflößen! Der Vogel kann daran ersticken. Wenn es sich um  einen Greifvogel oder um eine Eule handelt, rufen Sie bitte die NABU-Greifvogelstation in Haßloch an: 0171-2858257. Bei allen anderen Wildvögeln melden Sie sich bei der Wildvogelrettung Bad Dürkheim, unter 0176-31520222. Weitere Infos finden sie unter www.wildvogelhilfe.org


Die Kröte aus der Kanne

Überraschungsfund in Böbingen

Oktober 2022 - Als eine unserer NABU-Aktiven zufällig einen Blick in ihre dekorative Emaille-Kanne in ihrem Garten warf, traute sie ihren Augen nicht. Am Boden in der Kanne saß eine Kröte. Und es war nicht etwa irgendeine Kröte, sondern eine seltene Wechselkröte. Mit ihrem grünen Fleckenmuster ist sie einfach unverwechselbar. Wie und warum die Kröte in die Kanne gelangt war, werden wir wohl nie erfahren. Möglicherweise hat sich die Wechselkröte, die ja als Pionierart recht wanderfreudig ist, auf der Suche nach einem neuen Lebensraum schlichtweg "verhüpft". Oder sie suchte in der flachen Regenwasserpfütze, dass sich in der Kanne angesammelt hatte, eine Abkühlung. Wer weiß, wie lange sie schon da drin saß? Es ist fraglich, ob sie alleine wieder herausgekommen wäre. Jedenfalls schien das Tier keinen Schaden davon getragen zu haben. In der Zwischenzeit wurde sie an einen sicheren Platz in der näheren Umgebung gebracht, wo sie hoffentlich ein geeignetes Winterquartier findet.



Wir sind "Südpfalzhelden"

Neue Helden braucht das Land

April 2022- Wir Ehrenamtlichen der NABU-Gruppe Edenkoben-Maikammer e.V. setzen uns für vielfältige Belange im Bereich Naturschutz ein. Und obwohl unser größter Einsatz natürlich unser persönliches Engagement und unsere Arbeitskraft ist, geht es auch im Naturschutz leider nicht ganz ohne das liebe Geld.

Für Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung, Information der Bevölkerung und Klimaanpassung auf zwei Grundstücken in Sankt Martin, haben wir uns deshalb im Rahmen der Aktion „Südpfalzhelden“ der Sparkasse, um 2000€ Preisgeld beworben…und den Zuschlag erhalten!

Mit dem Geld aus der Aktion haben wir schon einiges geschafft und noch vieles vor:

So möchten wir etwa unsere Streuobstwiese bei Sankt Martin in Zukunft noch schonender pflegen und sie deshalb mit Schafen beweiden. Den Zaun soll mit Hilfe unseres neuen Erdbohrers errichten werden, den wir dank der Fördergelder erworben haben.

Aufgrund des Klimawandels mit heißen und trockenen Sommern sind in den letzten Jahren leider einige der Obstbäume abgestorben. Damit die Fläche auch zukünftig ein attraktiver Lebensraum für die Charakterarten des Haardtrandes sein kann, werden wir einen Teil der abgestorbenen Obstbäume durch einheimische Gehölze ersetzen, die besser mit den neuen Bedingungen zurechtkommen. Davon sollen vor allem geschützte Vogelarten, wie Zaunammer und Neuntöter profitieren, aber auch Insekten und Kleinsäuger.

Aufgrund ihrer Lage wird vor allem das zweite Wiesengrundstücke häufig von Spaziergängern, Wanderern und Hundehaltern betreten. Dadurch werden Störungen und leider auch immer wieder Beschädigungen verursacht. Unwissentlich werden Brutvögel aufgeschreckt und seltene Pflanzen zertreten. Wir möchten die Erholungssuchenden mit Hilfe von Informationstafeln und Hinweisschildern sensibilisieren und auf den ökologischen Wert beider Grundstücke aufmerksam machen.

Über die Fortschritte unseres Vorhabens werden wir Sie auch zukünftig, auf dieser Seite informieren.

 


Das Braunkehlchen ist an die Spitze geflattert

Deutschland hat einen neuen Vogel des Jahres

Nun steht es fest! Der Vogel des Jahres 2023 ist das Braunkehlchen. Der stark gefährdete Wiesenvogel hat bei der dritten öffentlichen Vogelwahl mit Abstand die meisten Stimmen erhalten. Fast 135.000 Menschen haben sich an der Wahl beteiligt. 43,5 % aller Stimmen entfielen auf das Braunkehlchen. Sein Lebensraum sind feuchte Wiesen, Brachen und Feldränder. Wichtig für das Braunkehlchen sind einzelne Büsche, hohe Stauden oder Zaunpfähle, welche der Vogel als Sing- und Ansitzwarte nutzt. Dem Braunkehlchen wird der Titel „Vogel des Jahres“ in Abwesenheit verliehen – es ist Langstreckenzieher und bereits im September nach Süden aufgebrochen. Der kleine Singvogel verbringt den Winter mehr als 5.000 Kilometer von Deutschland entfernt südlich der Sahara. Im April kommt es wieder zu uns zurück. Wie viele andere Zugvögel auch fliegen Braunkehlchen nachts. Tagsüber suchen sie nach Nahrung oder ruhen sich aus. Bei uns angekommen, suchen sie blütenreiche Wiesen und Brachen, um hier in Bodennestern zu brüten. Diese verschwinden allerdings zunehmend, weshalb der Bestand des Braunkehlchens seit Jahrzehnten zurückgeht. Helfen kann man dem Braunkehlchen, indem man beim Einkauf auf regionale und ökologisch produzierte Lebensmittel zurückgreift.


Tagfalter-Vielfalt

Schmetterlinge auf artenreichen Wiesen

Auf den Wiesen im Bereich der Modenbachniederung findet sich eine große Vielfalt an Schmetterlingen. Bei einer Begehung im Juni 2022 konnten wir u.a. Tagpfauenaugen, Große Ochsenaugen, Landkärtchen, Kaisermäntel Schachbrettfalter und Kleine Perlmutterfalter beobachten.

Foto links: Schachbrettfalter, Foto rechts: Kleiner Perlmutterfalter

Copyright Bilder: Carmen Schauroth


Filzen in der Wollwerkstatt

Tolle Kunstwerke: Schaf, Palme und Schmetterling

Mai 2022 - Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich die Teilnehmenden der diesjährigen Wollwerkstatt in St. Martin. Gundula Berner und Heike Gonschior von der NABU-Gruppe Edenkoben/Maikammer hatten in einem Hinterhof im Schatten Bierbänke für das gemeinsame Filzen aufgebaut. Dieses Mal stand Trockenfilzen auf dem Programm. Dafür suchten sich die Teilnehmenden ein Ausstechförmchen aus, das auf einen Spülschwamm gelegt und mit Wolle befüllt wurde. Die Wolle, stammt von Schafen, die in der Region in der Landschaftspflege eingesetzt werden. Mit einer Filznadel wurde die Wolle durch wiederholtes Stechen so lange verfilzt, bis eine feste Form entstand. Beim Filzen war Zeit sich über viele interessante Naturschutz-Themen auszutauschen. Schaf, Schmetterling und Palme sind nur einige der tollen Kunstwerke, die bei der Wollwerkstatt entstanden.


Filzworkshop für Grundschulkinder

Kuschelschafe basteln mit dem NABU

Oktober 2021 - Heike Gonschior von der NABU-Gruppe Edenkoben-Maikammer besuchte die 2. Klasse der Grundschule St. Martin. Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin und Schulleiterin Frau Lubotta lernten die 11 Schüler*innen, wie man mit einem Ausstechförmchen für Plätzchen, einem Spülschwamm, sogenannten Filznadeln und Rohwolle vom Schaf ein kleines Schäfchen filzt. Im Gegenteil zum Nassfilzen, bei dem mit Hilfe von heißem Wasser und Seife die Rohwolle verfilzt wird, wird mit der Filznadel trocken gefilzt. Die Filznadel hat kleine Widerhaken, wodurch beim wiederholten Durchstechen der Rohwolle die Wollfasern miteinander verbunden werden. Da die Filznadeln sehr spitz sind, muss sehr konzentriert gefilzt werden – so dass die Kindern ihre Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Feinmotorik übten. Zum Abschluss wurde ihnen noch eine kleine Schafgeschichte vorgelesen. Alle Kinder waren mit Eifer dabei und konnten am Ende des Projektes ein kleines Wollschaf mit nach Hause nehmen.


Erstmalige Brut in Böbinger Scheune

Nistkasten von Schleiereulen endlich angenommen

Oktober 2021 - Wo im Vorjahr im Schleiereulen-Nistkasten noch ein großes Hornissennest hing, lagen Anfang August 2021 völlig überraschend 4 Eier. Solche späten Bruten sind bei Schleiereulen keine Seltenheit, da sie in guten Mäusejahren bis zu 3 Bruten nacheinander großziehen können. In diesem Nistkasten in einer Böbinger Scheune, der seit ca. 5 Jahren dort hängt, war es die allererste Brut überhaupt.Eine vorsichtige Kontrolle Ende August zeigte, dass das Schleiereulenpaar seine Eier erfolgreich ausbrüten konnte. Die kleinen zart beflaumten Küken waren erst wenige Tage alt und kuschelten sich eng aneinander. Anfang Oktober wurden die inzwischen kräftig gewachsenen 4 Küken von Jörn Weiß beringt.


Fleißige Bienchen ganz nah

Schulausflug mit dem NABU zu Honigbienenvölkern

Am 15. Juni 2021 besuchten neun Schüler*innen der Ottersheimer Jakob-Reeb-Schule zusammen mit ihrem Klassenlehrer Christian Clasen einen Bauernhof bei Annweiler. Begleitet wurden sie von der Imkerin Heike Gonschior vom NABU Edenkoben-Maikammer. Die Jakob-Reeb-Schule ist eine anerkannte Ersatzschule mit dem Förderschwerpunkt „soziale und emotionale Entwicklung“, die ihre Schüler*innen zusätzlich zu den einzelnen Bildungsgängen erlebnispädagogisch betreut.

Der Besuch bei den Bienenvölkern wurde vorher ausführlich im Unterricht vorbereitet. Das faszinierende Leben der Honigbienen, mit all ihren spannenden Aspekten stand im Mittelpunkt des Themas und begeisterte schon in der Theorie alle Schüler*innen. Die Kinder lernten u.a. auch neue, für die Imkerei nötige Begriffe kennen, die ihren Wortschatz erweiterten. Umso aufregender war dann der Ausflug zu den Honigbienen. Dort konnten die Schüler*innen alles Gelernte wiedererkennen und erleben. Dazu gehörten die Imkerei-Werkzeuge genauso wie der Aufbau der Bienenkästen, die verschiedenen Bienenwesen, wie Arbeiterin, Drohne und Königin, als auch die unterschiedlichen Waben im Inneren des Bienenkastens.

Nach Abschluss der Arbeit am Bienenkasten stärkten sich die Schüler*innen und ihre Begleiter*in auf einem Picknickplatz im Schatten und bekamen noch Informationsmaterial vom NABU geschenkt, um das Thema in den nächsten Unterrichtsstunden weiter zu vertiefen.

Herzlichen Dank auch für die nette Kooperation mit der NABU-Gruppe Annweiler-Hauenstein.