Praktikum beim NABU Edenkoben/Maikammer

Betriebspraktikum vom 14. - 18. August 2017

Mein Name ist Paula Heeren, ich bin 16 Jahre alt und gehe in die elfte Klasse am Gymnasium in Maxdorf. In der ersten Schulwoche nach den Ferien macht man an unserer Schule in der elften Klasse ein fünftägiges Betriebspraktikum. Meine Wahl fiel dafür auf den NABU Edenkoben-Maikammer. Dort war ich in Sankt Martin bei Gundula Berner, die für die Landschaftspflege mehrerer Flächen zuständig ist. Hier möchte ich über mein Praktikum berichten.

Tag 1

Mein erster Tag begann mit einer allgemeinen Einführung in das Gebiet und die Arbeit beziehungsweise die Aufgaben des NABUs in der Landschaftspflege.

Das Ziel für das Gundula Berner arbeitet, ist das Gewinnen freier Grünflächen in Form von Wiesen. Dazu werden ungenutzte Flächen von der Gemeinde übernommen.  Auf so gewonnenen NABU-Flächen gilt es, Platz für naturnahe Wiesen zu schaffen. Dazu muss zu hohes Gras gekürzt, wuchernde Hecken wie Brombeeren zurückgeschnitten und der Wald zurückgedrängt werden.

Dabei hilft eine Herde Alpiner Bergschafe, die Gundula Berner aus Bayern in die Pfalz gebracht und dort mit den Tieren weitergezüchtet hat. Insgesamt besitzt sie ungefähr 100 Tiere, die in mehrere Herden aufgeteilt sind. Sie weiden auf den erwähnten Grünflächen und dienen dazu Gras und Hecken kurz zu halten.

Auf den entstehenden Wiesen herrscht eine hohe Artenvielfalt. Die Flächen bieten Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten.

Zur täglichen Arbeit zählen vor allem das Pflegen der Weide- und Grünflächen aber auch das Sorgen für die Schafe zum Beispiel in Form von einmal täglich Füttern.

Am ersten Tag bestand die Arbeit darin, eine Weide, auf der eine Schafherde von ungefähr 15 Tieren seit ungefähr sechs Wochen stand zu Ende zu bearbeiten, sodass die Tiere auf eine neue Weide kommen konnten. Dazu gehörte vor allem das Kürzen der dort wachsenden Brombeerhecken, von denen  nur so viel abgeschnitten wird, dass sie sich nicht weiter ausbreiten. Bei dieser Arbeit haben wir einen seltenen Schmetterling- den weißen Waldportier entdeckt und fotografiert. Außerdem gibt es auf der bearbeiteten Weide zwei Bruten einer immer seltener werdenden Vogelart, den Neuntöter.

Im Waldstück der Weidefläche sammelten wir Totholz ein, das aufeinander gestapelt wurde. So bildete sich wieder neue Fläche für Gras und das gestapelte Totholz wiederum bildet einen neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Weißer Waldportier (Foto: Paula Heeren)
Weißer Waldportier (Foto: Paula Heeren)

Tag 2

Am zweiten Tag meines Praktikums wurden die letzten Arbeiten auf der Wiese vom Vortag gemacht. Dazu zählte erneutes Einsammeln von Totholz und das Fällen kleinerer junger Bäume im Waldteil der Weide, um Fläche für Wiese zu schaffen.

Ein großes Problem in der Natur, das auch auf den Schafsweiden vorkommt, ist Müll. Vor mehreren Jahren wurde im Waldteil der Weidefläche illegal in einer kleinen Holzhütte gelebt. Als das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, ließ man die Hütte einfach zurück. Über die Jahre hatte sich viel Müll angesammelt, der achtlos in den Wald geworfen worden war. Außerdem lösen sich mit dem Verfall des Hauses auch viele umweltschädliche Baumaterialien wie Styropor oder Wellblech. Am zweiten Tag galt es, den zurückgelassenen Müll einzusammeln. Dazu gehörten neben den Baumaterialien auch Glasflaschen, Plastikfolien, Drähte und sogar ein Regenschirm. All diese Dinge stellen nicht nur eine Verschmutzung der Natur sondern auch eine Gefahr für die Schafe dar und müssen daher entsorgt werden. Insgesamt wurden knappe zwei große Müllsäcke gefüllt.

Tag 3

Wie bereits erwähnt, standen die Schafe schon ungefähr sechs Wochen auf derselben Weidefläche. Da der Großteil der Arbeit gemacht war und die Nahrung für die Schafe in Form von Pflanzen knapp wurde, wurden die Schafe am dritten Tag meines Praktikums auf eine andere Weide gebracht. Dazu wurden die Tiere mit Brot angelockt und eingefangen. Dann wurden ihnen Halsbänder umgelegt, sodass man sie zur anderen Wiese führen konnte. Bis alle Schafe eingefangen waren, wurden die bereits gefangenen Tiere an Bäumen festgebunden, wo manche von ihnen Ohrmarken bekamen. Die Schafe wurden nach und nach auf die andere Weide gebracht. Zwei besonders scheue Tiere ließen sich nicht so einfach wie die anderen einfangen. Dieses Problem konnte aber durch den stark ausgeprägten Herdentrieb der Schafe gelöst werden.

Als alle Schafe auf der neuen Weide waren, musste der Zaun kontrolliert werden, wobei manche stromableitenden Pfalzenteile abgerissen oder umgebogen werden mussten.

Ein Teil der Schafherde bei einer Weide in St. Martin
Ein Teil der Schafherde bei einer Weide in St. Martin

Tag 4

Heute am vierten Tag meines Praktikums bin ich in Landau, um meinen Praktikumsbericht zu schreiben und auch den administrativen Teil des NABUs kennenzulernen. Morgen, am letzten Tag des Betriebspraktikums, werden wir voraussichtlich ein paar der Schafe scheren, die noch nicht geschoren sind und auf einer Weide die täglichen, bereits erwähnten Arbeiten verrichten.


Aufräum- und Entbuschungsaktion in St. Martin

Erfolgreicher Pflege-Einsatz am 6. Dezember 2014

Am Nikolaustag haben wir mit Hilfe der Pollichia Edenkoben und zwei Jugendlichen ein Wald- und Wiesengrundstück in St. Martin entbuscht. Außerdem gab es auf dem Gelände sehr viel Müll, den wir eingesammelt und entsorgt haben.

Foto: Rolf Lambert
Foto: Rolf Lambert

Naturschutzfläche frei gestellt!

NABU entbuscht mit Unterstützung der Pollichia eine Fläche unterhalb der Kropsburg

Viele Helfer haben mit angepackt (Foto: Lothar Engelmann)
Viele Helfer haben mit angepackt (Foto: Lothar Engelmann)

Am Samstag, den 16. November 2013 führte die NABU-Gruppe Edenkoben/Maikammer eine Pflegemaßnahme in St. Martin durch. 20 freiwillige Helfer, darunter Mitglieder der Pollichia und mehrere Kinder, entbuschten das fast vollständig mit Brombeersträuchern überwucherte Hanggrundstück unterhalb der Kropsburg. Dabei wurden die zum Teil gut erhaltenen Trockenmauern wieder freigelegt. Eingestürzte Mauerbereiche sollen im Frühling von der NAJU Edesheim wieder aufgebaut werden. Um die Fläche zukünftig dauerhaft offen zu halten, wird sie ab nächstem Jahr durch die Schafherde von Gundula Berner beweidet.

Mit Freischneider und Astscheren ging es den Brombeeren zu Leibe (Foto: Carmen Schauroth)
Mit Freischneider und Astscheren ging es den Brombeeren zu Leibe (Foto: Carmen Schauroth)