Landschaftspflege in Sankt Martin

Lebendige Vielfalt am Haardtrand

Mauereidechse (Foto: Ludwig Seiler)
Mauereidechse (Foto: Ludwig Seiler)

Unsere Projektgruppe betreut seit drei Jahren mehrere Wiesen am Haardtrand bei Sankt Martin. Es handelt sich in den meisten Fällen um wertvolle Magerwiesen, die sich durch eine große Artenvielfalt auszeichnen. Wo sich das Rebland der Rheinebene und der Pfälzerwald berühren, findet sich eine einzigartige Flora und Fauna - große Teile dieses Gebietes stehen deshalb unter Naturschutz. Seltene Schmetterlinge, Amphibien, Reptilien, Vogelarten u.v.a. sind hier zu finden. Unser Ziel ist ein nachhaltiger Schutz dieser wertvollen Landschaft. Neben viel Handarbeit (Entbuschen von Trockenhängen- und mauern, Baumpflege), die wir selbst leisten, haben wir auch „fleißige Helfer“ im Einsatz: Unsere Alpinen Steinschafe beweiden die Wiesen, um nachwachsendes Brombeergestrüpp zurück zu halten.

Alpine Steinschafe - Helfer bei der Landschaftspflege

Unser wolliges Team (Foto: F.J. Ziegler)
Unser wolliges Team (Foto: F.J. Ziegler)

Das Alpine Steinschaf ist eine vom Aussterben bedrohte, geschützte Haustierrasse. Ihre Heimat hat sie in den Alpen. Aus genetischen Gründen ist es aber sinnvoll, auch in anderen Landesteilen Bestände dieser Rasse zu etablieren. Die Wiesen werden ausschließlich extensiv beweidet, d.h. wir achten streng darauf, dass der Düngereintrag durch die Schafe sich nicht nachteilig auf die Flora auswirkt. Auf überdüngten Wiesen können viele unserer Wiesenblumen nicht gedeihen. Außerdem haben wir auf unseren Grundstücken Bienenkästen aufgestellt. Wolfgang Staudt und Heike Gonschior sind unsere „Bienen-Spezialisten“. Rund 80% unserer einheimischen Pflanzenwelt sind von einer Bestäubung durch Insekten abhängig. D.h. ohne eine ausreichende Bestäubung durch eine für die jeweilige Pflanzenart geeignete Insektenart ist der Fortbestand, die Vermehrung und Verbreitung dieser Pflanzenart bedroht oder unmöglich.

Bienen - fleißge Blütenbestäuber

Imker Wolfgang Staudt (Foto: F.J. Ziegler)
Imker Wolfgang Staudt (Foto: F.J. Ziegler)

Insekten und Blütenpflanzen sind also voneinander anhängig. Verschwindet eine Pflanzenart aus unserer heimischen Landschaft, ist auch der Fortbestand verschiedener Insektenarten bedroht. Durch das Fehlen dieser Insektenarten wiederum ist die Bestäubung vieler Pflanzenarten nicht mehr gewährleistet, wodurch diese aus unserer Landschaft verschwinden. Alles, was für unsere Wildinsekten gilt, trifft auch auf die Honigbiene zu. Zusätzlich hat die Honigbiene für uns Menschen einen unschätzbaren, auch wirtschaftlichen Wert, da sie die Bestäubung vieler Kulturpflanzen sicherstellt und durch ihren Honig einen Beitrag für eine gesunde Ernährung leistet. Eine abwechslungsreiche Pflanzenwelt, wie sie durch Streuobstwiesen und artenreiche Hecken gewährleistet wird, trägt zum Fortbestand unserer heimischen Wildinsekten und der Honigbienen bei.

Unsere Arbeitsschwerpunkte

… sind zum einen die Neuanlage einer Streuobstwiese. Eine ehemalige Wingertsfläche mit mehreren gut erhaltenen Trockenmauern wurde von uns entbuscht und soll jetzt mit einigen Obstbäumen bepflanzt werden. Geplant ist die Pflanzung alter Pfälzer Obstsorten. Bis spätestens Mitte April sollten die Bäume gepflanzt und eingefriedet sein. Die anschließende Beweidung wird die Flächen vor erneuter Verbuschung schützen. Weiterhin haben wir die Erweiterung unseres Heckenlehrpfads geplant. Verschiedene Sträucher, Büsche und Bäume sollen hier in ein paar Jahren zu einer Hecke heranwachsen, die einen kleinen Streifzug durch die Vielfalt einheimischer Gehölze ermöglicht. Einige Sträucher wurden in den vergangenen Jahren bereits gepflanzt. In diesem Jahr stehen noch Neupflanzungen an.

Unser Wirkungsfeld: der Haardtrand unter der Kropsburg bei St. Martin (Foto: F.J. Ziegler)
Unser Wirkungsfeld: der Haardtrand unter der Kropsburg bei St. Martin (Foto: F.J. Ziegler)